Design by

ademacay02

Kaffeekenner im 11. Jahrhundert
Von Ibn-Sina (Avicenna), einem Heilkundigen und Philosophen aus Arabien, stammt die erste schriftliche Erwähnung, Anfang des 11. Jahrhundert, über ein Heilmittel namens "Bunchum", das aus dem Jemen kam. Dass rund 500 Jahre später die Bezeichnung "Bunc" für Kaffeeanbau und -bohne genutzt wurde, ist für einigen Historikern ein Beweis, dass Avicenna schon den Kaffee gekannt haben könnte.

Seit Mitte des 15. Jahrhundert scheint Kaffee in Arabien getrunken worden zu sein. Dies geht aus einem berühmten arabischen Manuskript aus dem Jahr 1587 über den Kaffeeverbrauch hervor. Es stammt von Abd-al-Kafir und wird in der Pariser Nationalbibliothek aufbewahrt. Die Schrift basiert auf Aufzeichnungen eines Arabers namens Shihab-ad-Din, die gut 100 Jahre älter sein sollen, aber nicht mehr in schriftlicher Form vorliegen.

Ein anderer zeitgenössischer Bericht wird so interpretiert, dass der Scheich Gemaleddin, Mufti zu Aden, im Jahr 1454 in Jemen Kaffeekulturen anlegen ließ, für die der Samen oder die Pflanzen aus den abessinischen Bergen geholt worden waren.

In der 2. Hälfte des 15. Jahrhundert eroberte die Kaffeebohne über Mekka und Medina das arabische Großreich und gelangte im Jahr 1510 nach Kairo. Gerade die unzähligen Pilger, die das Heiligtum der Mohammedaner in Mekka besuchten, dürften die Kunde von dem neuen Getränk verbreitet haben.

Der Sultan von Ägypten - ein Coffee Junkie?
Ein Zeichen für die Popularität des Kaffeegenusses in Arabien war, dass Anfang des 16. Jahrhunderts ein großer Streit über die Nützlichkeit oder Schädlichkeit des Kaffeetrinkens entbrannte. Dieser politisch-religiös motivierte Kampf führte 1511 zur Schließung der Kaffeeschänken in Mekka durch Khair-Beg, dem Statthalter des ägyptischen Sultans. Er wollte Neuerungen durchführen und wurde deshalb vom Volk verspottet, seine Nachforschungen ergaben, dass es immer die Kaffeetrinker waren, die diese "Scherze" über ihn unter das Volk brachten. Außerdem soll er gegen jeglichen Genuss gewesen sein. Der Sultan von Ägypten hob dieses Verbot jedoch zur Freude der Kaffeetrinker wieder auf.

Von nun an machten die Türken über einen Zeitraum von rund 100 Jahren die Ausbreitung des Kaffees zu ihrer Sache. Sultan Selim I., Herrscher über das Osmanische Reich, hatte sich Syrien, Jemen und Ägypten einverleibt. Im Jahre 1517 war die letzte Bastion, das Kalifat Kairo, gefallen. Mekka und Medina kamen zum gleichen Zeitpunkt unter türkische Herrschaft.

Die Expansion des auf dem Höhepunkt seiner Macht stehenden Osmanischen Reiches in der 1. Hälfte des 16. Jahrhundert trug den Kaffee in alle Winkel der beherrschten Gebiete. So spielte Kaffee in Arabien, Kleinasien, Syrien, Ägypten und im südöstlichen Europa eine zunehmend wichtige Rolle. Überall entstanden Kaffeehäuser, in denen man öffentlichen dieses Getränk genießen konnte. 1530 und 1532 wurden die ersten Kaffeehäuser in Damaskus und Aleppo, zwei Städte in Syrien, eröffnet.

Kaffee erobert Europa - der Siegeszug beginnt
1554 eröffneten die beiden Kaufleute Hakim von Aleppo und Schems von Damaskus das erste Kaffeehaus auf europäischen Boden, in Konstantinopel (antikes Byzanz, heute Istanbul). Ende 16. Jahrhundert bringen Forscher und Reisende die ersten Informationen von dem ungewöhnlichen Getränk nach Europa.

Der Augsburger Medicus Leonhard Rauwolf bereiste in den Jahren 1573 - 1576 den vorderen Orient und lernte in Aleppo den Kaffee kennen. In seinem Reisebericht aus dem Jahr 1582 beschreibt er als erster Europäer das Getränk. Er berichtet: "Under andern habens ein gut getränck / welliches sie hoch halten / Chaube von jenen genennet / das ist gar nahe wie Dinten so schwartz / unnd in gebresten / sonderlich des Magens / gar dienstlich."

Der italienische Arzt und Botaniker Prosper Alpinus bereiste Ägypten vom Jahr 1580 an.
Ein Ergebnis dieser Reise war das Werk "De Plantis Aegypti Liber", das 1592 in Venedig erschien und in schriftlicher Form die ersten detaillierten Zeichnungen sowie Beschreibungen der Kaffeepflanze und -frucht enthielt.

Der italienische Arzt und Botaniker Prosper Alpinus bereiste Ägypten vom Jahr 1580 an. Ein Ergebnis dieser Reise war das Werk "De Plantis Aegypti Liber", das 1592 in Venedig erschien und in schriftlicher Form die ersten detaillierten Zeichnungen sowie Beschreibungen der Kaffeepflanze und -frucht enthielt.

Die arabisch-türkische Welt bezog ihre Kaffeebohnen in dieser Zeit fast ausschließlich aus dem Südjemen. Hauptausfuhrhäfen waren die Städte Mocha am Roten Meer und Jiddah, der Vorhafen Mekkas.

 

Türke um 1800

Anfang des 17. Jahrhundert kamen die ersten Kaffees nach Europa. Bereits 1595 könnten Kaffeesamen nach Holland gelangt sein. Neugierig geworden durch die Reiseberichte brachten dann unbekannte Handelsreisende Kaffeebohnen als Proben oder sackweise nach Europa. 1624 traf ein größerer Kaffeetransport in Venedig ein. Neben den Hafenstädten, z.B. London, Amsterdam, Marseille, Bremen und Hamburg, wurden auch andere Städte jenseits der Nordgrenzen des osmanischen Reiches zu Zentren des Kaffeeverbrauchs.

Als in Venedig der Kaffee noch unter 15 Mark die Tasse kostete...
1645 wurde am Markusplatz in Venedig ein Kaffeehaus eröffnet und war sofort von regstem Zuspruch bedacht. Die Venezianer liebten Kaffee und lieben ihn noch heute. Ab Mitte des 17. Jahrhundert konnte von einem regen Handel mit Kaffeebohnen gesprochen werden. Überall machten in vielen Städten Kaffeehäuser auf: Oxford (1650), London (1652), Marseille (1659), Amsterdam und Den Haag(1663) und Paris (1672). 1673 entsteht in Bremen das erste Kaffeehaus auf deutschem Boden und 1677 das erste in Hamburg.

In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts gab es spärliche Informationen über den privaten Kaffeekonsum. Osmanische Gesandte werden wohl die europäischen Fürstenhäuser mit Kaffee bekannt gemacht haben. Auch Wiener Archive geben Hinweise darauf, dass schon vor der legendären Eröffnung eines Kaffeehauses durch Kolschitzky in Wien, der Kaffee bekannt war und auch getrunken wurde.

Vor Wien wurden die Türken 1683 vernichtend geschlagen. Den Siegern fiel eine unermessliche Beute in die Hände und der polenstämmige Franz Georg Kolschitzky, der sich während der Belagerung von Wien durch die Türken große Verdienste um die Stadt erworben hatte, erhielt als Geschenk die zurückgelassenen Kaffeebestände und die Erlaubnis für den Ausschank von Kaffee. Wien war dadurch zwar mit seinen Kaffeehäusern ein wenig später dran als andere europäische Städte, es könnte aber stimmen, dass in dieser Stadt aus dem schwarzen "Türkentrank" durch den Zusatz von Honig und Sahne ein Getränk wurde, das so manchem europäischen Gaumen besser mundete als das Original.

Staatsgeheimnis Kaffee und jede Menge Kontrolle

Wenn man nun das 16. und 17. Jahrhundert zusammenfasst, kann man sagen, dass die Ausbreitung des Kaffee-Anbaus und die systematische Kultivierung auf vier Kontinenten ihren Anfang nahm. Mit dem steigenden Bedarf im Osmanischen Reich kam das arabische Kaffeemonopol immer stärker unter Druck. Anfänglich hatten die arabischen Pflanzungsbesitzer und Fernhändler den Kaffee-Anbau zum "Staatsgeheimnis" erklärt. Strenge Bewachung und die Beseitigung der Keimfähigkeit der Bohnen durch heißes Wasser sollten die Aussaat an derer Stelle unmöglich machen.

 

Immer geliebt...

Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der europäischen Nationen und dem Erstarken ihrer Handelskraft bemächtigten sich diese nach und nach des Produktes Kaffee. Speziell die Holländer versuchten in den Besitz von keimfähigen Bohnen zu kommen. Vermutlich 1616 dürfte ihnen das zum ersten Mal gelungen sein. Mit den Gründungen der Ostindischen Kompagnie (1602) und Westindischen Kompagnie (1621) gelang es den Holländern, ihren Einfluss und ihre Handelsinteressen auf alle Erdteile auszudehnen. Sie waren es, die 1648 Kaffeepflanzen nach Ceylon brachten, später dann systematisch den Anbau auf Java, Sumatra, Bali, Timor und Celebes begannen.

Im 18. Jahrhundert wurde von den Kolonialmächten die Kaffeepflanze in alle Gebiete der Erde gebracht, die für den Kaffee-Anbau geeignet waren. Diese Expansion wäre nicht möglich gewesen, wenn es nicht parallel dazu den Siegeszug des Kaffeegetränks in Europa und Nordamerika gegeben hätte.

So war Kaffee sowohl als Pflanze als auch als Getränk auf dem Vormarsch. Er wurde zu einem Produkt von weltwirtschaftlichem Rang. Als Importware gewann er innenpolitische Bedeutung in den Konsumländern. Mit der beginnenden Industrialisierung wurde der Kaffee zum Heißgetränk für alle Schichten und wurde damit zu einem Haushaltsartikel.

Der Anbau und die Verarbeitung: Kaffee ist nicht gleich Kaffee!

Kaffeesorten: Arabica und Robusta
Die Gattung "Coffea" gehört der Pflanzenfamilie der Rubiazeen (Rötegewächse) an, die aus ca. 4.500 Arten bestehen. Da nicht alle dieser Pflanzen Koffein in ihren Samen speichern und auch sonst nur sehr entfernt Ähnlichkeiten mit dem uns bekannten Kaffeestrauch haben, werden nur 60 dieser Arten Coffea genannt. Wirtschaftlich von Bedeutung sind allerdings nur die beiden Sorten Coffea Arabica und Coffea Robusta, wobei Arabica deutlich mehr Aroma entfaltet und Robusta vor allem günstig ist. Bei Coffee-Nation verarbeiten fast ausschließlich nur Arabica - es sei denn, die Zugabe ist wichtig für die Ausgewewogenheit eines Produkts.

Coffee-Nation bietet diesen Kaffee-Experten und Liebhabern des guten Geschmacks eine breite Palette exklusiver Privatkaffees an. Ausgesuchte Hochlandbohnen, nach den schonendsten Verfahren für Sie zubereitet und zusammengestellt finden Sie hier im Shop.

Leider muß festgestellt werden, daß ein zunehmendes Preisbewußtsein zu Lasten des Genusses geht. Kaffee wird weniger zelebriert als vielmehr geschüttet. Der Begriff des "schwarzen Goldes" ist nur noch für den verwöhnten Gaumen und absolute Kaffeeliebhaber von Bedeutung.

Coffee-Nation bietet diesen Kaffee-Experten und Liebhabern des guten Geschmacks eine breite Palette exklusiver Privatkaffees an. Ausgesuchte Hochlandbohnen, nach den schonendsten Verfahren für Sie zubereitet und zusammengestellt finden Sie im Shop.

Feiner Rohkaffee.

 

Arabica
Der Coffea Arabica ist die am längsten bekannte wildwachsende Art. Sie stammt aus dem südwestlichen Hochland Äthiopiens und wird seit dem 15. Jahrhundert in den Terrassengärten im Südjemen systematisch angebaut. Die Arabica Bohnen sind qualitativ hochwertig und zeichnen sich durch ihre feine Säure und ein volles Aroma aus. Um eine solch hervorragende und edle Qualität erreichen zu können, benötigen die Kaffeebäume intensive Pflege und beste Lage. Sie gedeihen vor allem in tropischen Gebieten entlang des Äquators. Die mengenmäßig wichtigsten Anbaugebiete liegen in Brasilien, Mexiko, Kolumbien und den Staaten Zentralamerikas. Die Arabica Bohnen machen 70% der Weltkaffeeproduktion aus.

Robusta
Der wildwachsende Robusta Kaffee wurde 1889 im Kongo entdeckt. Sein Weltmarktanteil liegt bei 25%. Die widerstandsfähigen und schnell wachsenden Bohnen haben weniger Säure und schmecken weniger aromatisch. Der von den Experten als erdig und rau beschriebene Geschmack hat zur Folge, dass diese Bohnen zumeist als Billigkaffee zu Schleuderpreisen vertrieben werden. Diese Bohnen findet man in preisreuzierten Standardkaffees sehr oft.

Nur wenigen erfahrenen Röstern gelingt es, eine edle Mischung aus Arabica und Robusta Bohnen zu komponieren, die auch den verwöhnten Gaumen zu kitzeln vermag.


Der Kaffee-Anbau
Kaffeepflanzen sind höchst anspruchsvoll und benötigen intensive Pflege und beste Lage, um eine entsprechend hochwertige Qualität und große Erträge liefern zu können. Die Kombination geographischer Bedingungen - von Temperatur, Sonnenschein, Niederschlägen und Wind ist hier entscheidend.


Kaffee-Plantage kurz vor der Ernte.

Entsprechend wichtig ist daher die Auswahl der Anbaugebiete. Arabica-Pflanzen gedeihen vor allem in Höhenlagen von zwischen 600 und 1.200 Metern über dem Meeresspiegel.

Zumeist findet man diese Bohnen zwischen dem 23. Grad nördlicher und dem 25. Grad südlicher Breite, in Brasilien, Mexiko und Kolumbien. Der dort gewachsene Kaffee wird als Hochlandkaffee bezeichnet und gilt durch seine extra feine Säure und den hervorragenden Geschmack als besonders wertvoll.

 

Die Robusta-Pflanze ist weniger anspruchsvoll und von ihrer Beschaffenheit wesentlich robuster und widerstandsfähiger. Sie wächst in den Gebieten zwischen dem 10. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators.

Der Anbau und die Ernte der Kaffeepflanzen sind besonders arbeits- und kostenintensiv. Spezielle Verfahren sollen die Qualität und den Geschmack des Kaffees stets verbessern und die Erträge steigern.

 

Die Rohe Kaffeekirsche

Erntemethoden und die Aufbereitung
Kaffeepflanzen gehören zur Klasse der „Rubiaceen“, die in Deutschland beispielsweise durch Labkraut und Waldmeister vertreten sind. Von den zahlreichen Coffea-Arten werden zur Herstellung von Kaffee nur „Arabica“ (coffea arabica) und „Robusta“ (coffea canephora) verwendet.

Kaffee ist ein 8 - 10m hoher Baum. Auf Plantagen werden die Pflanzen wegen der einfacheren Ernte in Strauchhöhe bis 3m gehalten, die 1 - 2 kg Bohnenkaffee liefern. Aus weißen Blüten, die nach Jasmin duften, entwickeln sich je nach Sorte und Lage in 6 (Robusta) bis 11 Monaten (Arabica in größeren Höhenlagen) intensiv rote Kaffeekirschen mit den darin enthaltenen Kirschkernen, den zwei Kaffeebohnen.

Arabica, die Araber brachten die Pflanze im 15. Jh. von Ostafrika nach Arabien, ist wesentlich aromatischer als Robusta. Robusta Kaffee (überwiegend kommerzieller Industriekaffee) liefert höhere Erträge, ist widerstandsfähiger gegen Parasiten, Krankheiten und Hitze und wird deshalb auch in geringen Höhenlagen von 200 - 600m angebaut. Die kleineren, rundlicheren Bohnen sind grau bis bräunlich. Der Geschmack ist eher scharf, bitter und astringierend, der Koffeingehalt liegt mit etwa 2,0 % - 4,5% deutlich höher als bei Arabica (0,5% - 1,5%). Robusta ist erheblich preiswerter, denn die Kaffeekirschen mit den darin enthaltenen Kaffeebohnen reifen schneller und können maschinell geerntet werden, so dass der Arbeitsaufwand wesentlich geringer ist. Preiswerter „Supermarkt-Kaffee“ besteht häufig zu einem großen Anteil aus billigem Robusta.

Qualitativ hochwertiger Arabica- Kaffee gedeiht ausschließlich in tropischen Höhenlagen zwischen den Wendekreisen von Krebs und Steinbock. Arabica verträgt weder große Hitze über 25º C noch Frost, benötigt viel Sonne aber auch Schatten und ausreichend Regen. Ideal sind vulkanischer Boden, eine durchschnittliche Jahrestemperatur um 20º C, mindestens 1700 mm Niederschlag, täglich mehrere Stunden Sonne und Schatten, vorzugsweise unter Schattenbäumen (Bananenstauden, Papaya, etc.).

 

[Cafe am Archiv] [Wir bieten..] [Cafe´s Ursprung] [Hannover] [Türkei] [Bilder] [Link] [Kontakt]

Copyright © Adem Acay Web 2006